Geschichte des Brauhausberges
Hier wollen wir dem Interessierten einen Einblick in die Geschichte des Brauhausberges geben. Zur besseren Veranschaulichung und Struktur haben wir versucht die Bedeutung entsprechend der nebenstehenden Auswahl zu untergliedern.

Wir hoffen, dass es dem Leser hilft einen Bezug zur Landschaft herzustellen sowie die Bedeutung dieses historisch und heute immer noch wichtigen Punktes, den Lebensadern der Stadt, zu verstehen.

Jeder, der hier fehlendes Wissen ergänzen oder eingeschlichene Fehler beseitigen möchte, ist herzlich willkommen.

Brauhausberg Chronik
Der 88 m hohe Brauhausberg beherrscht die Teltower Vorstadt Potsdam. Er bildet den Anstieg zu den Ravensbergen. Seit dem 18. Jahrhundert war er ein beliebter Aussichtspunkt, von dem man eine besonders schöne Ansicht der Stadt Potsdam hatte.

1515 Von 1515 bis um 1700 befindet sich an seinen Hängen ein Kurfürstlicher Weinberg, der von einem weitläufigen Tiergarten umgeben ist.
1631 Im Mai 1631 schlägt das schwedische Heer unter Gustav II Adolf (1594-1632) auf dem Brauhausberg ein Feldlager auf.
1683 Erste Kartierung der Teltower Vorstadt durch Samuel de Suchodoletz (1649-1723).
1703 Bau eines Schützenkruges und Anlage eines Schießplatzes für die Potsdamer Schützengilde am östlichen Abhang des Brauhausberges.
1716 Einrichtung der königlichen Brauerei im ehemaligen Kornmagazin von 1688. Seit dieser Zeit trägt der Berg seinen Namen.
1724 Die spätere Straße entsteht als Landstraße, welche 1804 zur Chaussee ausgebaut wird.
1752 Zwanzig Hauser für "ausländische" Maurer- und Zimmergesellen am Brauhausberg werden errichtet, wobei diese die ihnen zugedachten Häuser selbst auf- und ausbauen. Diese Häuser bilden die Schützenstraße (heute Max-Planck-Straße).
1803 Es entsteht unter der Leitung des Baumeisters A. I. Krüger ein Belvedere als Aussichtsturm auf dem Brauhausberg.
1813 Bürger und Landsturmleute errichten in der Teltower Vorstadt Schanzenanlagen zur Verteidigung Potsdams gegen den drohenden Angriff napoleonischer Truppen. Die zentrale Schanzanlage befindet sich auf dem Brauhausberg.
1829 Gegenüber der Königsbrauerei (Leipziger Str. 7/8) wird 1829 die Potsdamer Stangenbierbrauerei der Brauerei Adelung und Hoffmann errichtet (Leipziger Str. 60).
1830 Die Schützengilde erhält ein neues Gebäude am Schützenplatz.
1839 Auf der hangabwärts gerichteten Seite der Schützenstraße gründet der Kartograph und Geograph Heinrich Berhaus eine "Geographische Kunstschule" (1839-1848) als Ausbildungsstätte für Kartographen und Kupferstecher, deren Kartenwerke den Namen Potsdam um die Welt tragen.
1851 Das Kolonistenhaus Nr. 2 (Schützenstraße) aus der friderizianischen Zeit verkauft der Erbe Wackermann an die Familie Hoffmann. In der Folgezeit entsteht hier die bekannte Terassengaststätte "Wackermannshöhe", in der das Potsdamer Stangenbier ausgeschenkt wurde.
1873 In unmittelbarer Nähe des Restaurationsgartens entsteht 1873 ein Pavillon im Stile eines antiken Tempels. Der Brauhausberg wird in den folgenden Jahrzehnten immer dichter bebaut.
1899 Baubeginn der Kriegsschule auf dem Brauhausberg (Fertigstellung 1902).
1917 Der Gebäudekomplex wird Bataillons-Sammelstelle.
1919 1919 bis 1945 Reichsarchiv.
1927 Im Januar 1927 beginnt der Bau einer neuen Umgehungsstraße "Am Brauhausberg".
1929 Abriss des alten Schützenhauses aus dem 19. Jahrhundert.
1930 Am 5. Juni 1930 nimmt die Straßenbahnlinie vom Leipziger Dreieck zum neu erbauten Schützenhaus (1928-1930, Architekt L. Dietz) an der Michendorfer Chaussee ihren Betrieb auf. Die neue Linie ist bis nach Caputh geplant.
1935 In den Jahren 1935 entstehen neue Wohnungen am Schützenplatz.
1936 Das Heeresarchiv wird aus dem Reichsarchiv ausgegliedert und selbständig geführt. Das Reichsarchiv wird um das Magazingebäude erweitert, der Burgturm des Reichsarchivs von 64 auf 50 Meter abgestockt.
1940 Ein neues Kino "Bergtheater" mit 700 Sitzplätzen in der Leipziger Straße 73/74 wird am 5. Dezember 1940 eröffnet. Der Entwurf des Neubaus stammt von dem Architekten Heinrich L. Dietz.
1945 Der Bombenangriff der Royal Air Force am 14. April 1945 verwandelt große Teile des bebauten Brauhausberges in ein Trümmerfeld, mehr als die Hälfte des Aktenbestandes geht verloren.
1946 Am 27. Oktober 1946 erfolgt die Grundsteinlegung für ein Opfer-des-Faschismus-Denkmal der Provinz Brandenburg in unmittelbarer Nähe des schwer geschädigten Reichsarchivs.
1949 Der Gebäudekomplex wird Sitz der SED-Landes-, später SED-Bezirksleitung (im Volksmund "Kreml")
1968 Errichtung einer Schuttzerkleinerungsanlage u. a. für die gesprengten Bauteile der Garnisonskirche.
1969 Baubeginn der Schwimmhalle (Fertigstellung 1971).
1971 Baubeginn des Terrassen-Restaurants "Minsk" (Fertigstellung 1977).
1991 Der Landtag Brandenburg zieht in den Gebäudekomplex auf dem Brauhausberg ein.
2005 Großflächige Zerstörung der Grün- und Fontänenanlagen, Rosengärten, der von Bonnern gestifteten Rosenstöcke sowie durch die Firma Fielmann gespendeten Bäumen im Zuge des geplanten Niemeyer-Spaß-Bad-Baus. Es entsteht die wohl teuerste Wiese Europas.
2010 Die Stadt veröffentlicht Ihren Masterplan zur dichtflächigen Bebauung der 2005 geschaffenen Brachfläche durch das Architektenbüro Krier und Kohl.
2011 Thomas Hintze bringt mit Mathias Müller und Florian Becker den Stein ins Rollen. Es entsteht die Bürgerinitiative Pro-Brauhausberg.de
2012 ??? Wir sind gespannt....


Quelle: Schriften des Landtages Brandenburg/ Heft 3/2000 mit freundlicher Genehmigung von Hartmut Knitter, überarbeitet von Thomas Hintze
 
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